Erstmalig LUX-Kinotag in Landshut mit 3 Filmen & 1 Filmtalk
Bewegende Filme und neue Perspektiven: Rund 100 Gäste kamen am 22. März 2026 zum LUX-Filmtag, der 2026 zum ersten Mal im Kinopolis in Landshut ausgetragen wurde. Nach „Sorda – Der Klang der Welt“ diskutierten MdEP Manfred Weber und Gehörlosen-Professorin Dr. Sabine Fries über Sichtbarkeit, Teilhabe und Inklusion.
Der LUX-Kinotag am 22. März 2026 brachte europäische Filmkunst ins Kinopolis Landshut und begeisterte zahlreiche Gäste. Drei der fünf Filme, die für den LUX-Publikumspreis des Europäischen Parlaments nominiert sind, standen an diesem Sonntag ab 11 Uhr auf dem Programm.
Auftakt mit „Sorda – Der Klang der Welt“ und Filmtalk
Eröffnet wurde der Kinotag mit dem spanischen Drama „Sorda – Der Klang der Welt“ von Eva Libertad. Der Film erzählt die Geschichte einer gehörlosen Mutter, die ihren Platz in einer hörenden Welt sucht, und zeigt eindrucksvoll, wie Kommunikation, Familie und gesellschaftliche Erwartungen den Alltag prägen.
Im anschließenden Filmtalk diskutierten der Europaabgeordnete Manfred Weber und die Professorin für Gehörlosengemeinschaft und Gebärdensprachdolmetschen Prof. Dr. Sabine Fries über die Themen des Films. Moderiert wurde das Gespräch von Uli Karg, Redaktionsleiter der Landshuter Zeitung. Eine Gebärdensprachdolmetscherin begleitete die Diskussion und ermöglichte eine barrierearme Teilnahme für möglichst viele Besucherinnen und Besucher.
Sichtbarkeit und Teilhabe im Mittelpunkt der Diskussion
Im Mittelpunkt der Diskussion standen Themen wie Sichtbarkeit, Teilhabe und politischen Rahmenbedingungen für gehörlose Menschen. Prof. Dr. Sabine Fries machte deutlich, dass die Anliegen der Gehörlosengemeinschaft in der öffentlichen Debatte oft zu wenig Beachtung finden. „Die Stimme gehörloser Menschen wird im doppelten Wortsinn oft nicht gehört“, sagte sie. Zugleich betonte sie, dass viele Herausforderungen nicht individuell, sondern strukturell bedingt seien.
Manfred Weber hob hervor, wie wichtig Filme wie „Sorda – Der Klang der Welt“ für das gegenseitige Verständnis sind. „Man taucht in eine Welt ein, die für Hörende neu ist“, sagte er. Solche Perspektiven könnten helfen, voneinander zu lernen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Zugleich plädierte Weber dafür, stärker auf Austausch und Best-Practice-Beispiele zu setzen.
Weitere Filme des LUX-Kinotags
Im Verlauf des LUX-Kinotags standen zwei weitere Filme auf dem Programm. „Ein einfacher Unfall“ von Jafar Panahi erzählt von einem scheinbar banalen Ereignis, das verdrängte Traumata und moralische Konflikte ans Licht bringt. Das Drama regt dazu an, über Verantwortung, Erinnerung und persönliche Entscheidungen nachzudenken.
Den Abschluss bildete „Christy“ von Brendan Canty. Der Film begleitet zwei Brüder, die nach einer schwierigen Vergangenheit versuchen, einen neuen Weg zu finden. Zwischen Herkunft, Familie und Hoffnung erzählt die Geschichte von Zusammenhalt und der Suche nach einer besseren Zukunft.
Abstimmen für den LUX-Publikumspreis 2026
Der LUX-Publikumspreis wird jährlich vom Europäischen Parlament gemeinsam mit der European Film Academy vergeben. Ziel des Preises ist es, europäische Filme einem breiten Publikum zugänglich zu machen und den Austausch über gesellschaftliche Themen, Kultur und europäische Werte zu fördern.
Auch nach dem Kinotag können Zuschauerinnen und Zuschauer weiterhin Teil des Projekts sein. Die nominierten Filme des LUX-Publikumspreises 2026 können noch bis zum 12. April 2026 online bewertet werden. Das Publikum entscheidet damit gemeinsam mit den Mitgliedern des Europäischen Parlaments über den Gewinnerfilm. Mehr Infos und das Abstimmungsportal finden Sie auf der Webseite des LUX- Publikumsfilmpreises 2026.