Parlamentspräsidentin Roberta Metsola zu Besuch in München
Die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, hat bei einer Townhall Veranstaltung der Technischen Universität München am 19. Juni 2026 mit Studierenden und EU-Interessierten im Rahmen der TUM Speakers‘ Series über die Zukunft Europas diskutiert. Im Anschluss war sie im Bayerischen Landtag, in der Bayerischen Staatskanzklei und bei "Isar Aerospace" in Ottobrunn zu Gast.
Austausch mit Studierenden
Im Audimax der TUM sprach Metsola über die wachsende Distanz vieler Bürgerinnen und Bürger zur Politik und die Notwendigkeit, das Vertrauen in demokratische Institutionen zu stärken.
Als Beispiel verwies sie auf die jüngste Einigung zu den Fluggastrechten in der Europäischen Union. Nach 13 Jahren festgefahrener Verhandlungen sei es gelungen, einen Kompromiss zu erzielen. Dieser Erfolg habe gezeigt, dass Fortschritte möglich seien, wenn politische Akteure mit gegenseitigem Respekt, Verständnis und Überzeugungskraft zusammenarbeiten.
Wettbewerbsfähigkeit und Entbürokratisierung
Ein Schwerpunkt der Diskussion war die wirtschaftliche Zukunft Europas. Metsola stellte die Frage, wie die EU-Rahmenbedingungen schaffen könne, die Innovation, Wachstum und Unternehmertum fördern. Dabei hob sie die Bedeutung von unbürokratischen Verfahren hervor, wobei sie „Entbürokratisierung“ akzentfrei auf Deutsch zitierte. Europa müsse handlungsfähiger und schneller werden: „If we are slow, we are not competitive.“
Digitalisierung, KI und europäische Integration
Im Austausch mit den Studierenden standen zudem Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und die Zukunft der europäischen Integration im Fokus. Metsola unterstrich dabei die Attraktivität des europäischen Projekts und verwies darauf, dass weiterhin zahlreiche Länder einen EU-Beitritt anstreben – ein Zeichen für die Bedeutung der europäischen Werte wie Frieden, Freiheit, Sicherheit und Chancengleichheit.
Aufruf zum Engagement
Metsola ermutigte die Studierenden, sich aktiv in demokratische Prozesse einzubringen. Entscheidungen auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene hätten unmittelbare Auswirkungen auf das Leben der Bürgerinnen und Bürger. Demokratie lebe vom Engagement der Menschen und vom kontinuierlichen Dialog zwischen Politik und Gesellschaft.
Weitere Programmpunkte in München
Der Besuch an der TUM bildete den Auftakt eines mehrteiligen Programms in München. Bei ihrem Besuch im Bayerischen Landtag tauschte sich Roberta Metsola mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner darüber aus, wie Parlamente mit extremistischen Fraktionen in Parlamenten vorgehen können, sowie über das Verfahren zum mehrjährigen Finanzrahmen 2028-2034. Mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder traf sie sich zu einem einstündiges Tête-à-Tête in der Bayerischen Staatskanzlei. Zum Abschluss wurde die Präsidentin nach Ottobrunn eskortiert, dem Raumfahrt- und IT-Hub bei München, wo die Delegation aus Brüssel einen Blick auf die dritte SPECTRUM-Rakete des Unternehmens „Isar Aerospace“ werfen konnte, die 28 Meter hoch ist und einen Durchmesser von 2 Metern hat und sich derzeit im Bau befindet. Die zweite Rakete der SPECTRUM-Serie steht bereits startbereit auf der Startrampe des Weltraumbahnhofs in Andøya, Norwegen – ein klares Signal für die Fähigkeit Europas, Weltraumtransportdienste zu skalieren.
